Mecklenburg    - Strelitz

Mecklenburg Strelitz - Eine Kulturlandschaft schreibt Geschichte.

Neben der wunderschönen Natur sind bedeutende Persönlichkeiten dafür verantwortlich dass unsere Region einen wohlklingenden Namen im deutschsprachigen Raum und der ganzen Welt hat.

Von Preußen über Großbritannien bis in die USA führen die interessanten Verbindungen.

Dieses kulturelle Erbe in unserem gesellschaftlichen Bewusstsein weiter zu verankern ist ein Ziel dieser Seite.

Neben den Persönlichkeiten sind es meist auch die Bauten und Ortsbilder, welche eine herausragende Bedeutung begründen.

Wir fahren mit Begeisterung nach Paris, Prag, Budapest, Wien, Graz oder Rom. Staunen über Schlösser, Prachtbauten, Gärten und Stadtanlagen.

Auch in unserer Region gibt es bedeutende Kunstwerke. Vielfach sind diese nicht bekannt. Auch dass sollte sich ändern.

Die barocke ( formale) Stadtanlage von Neustrelitz ist etwas ganz Besonderes. Diese Stadt hat noch heute den besonderen Reiz einer kleinen Residenz.

In den Jahren 1701 bis 1945 wurden mit viel Liebe und auch mit viel Geld eine Reihe wertvoller Bauten und Parkanlagen geschaffen. Noch heute Zeugen bedeutende Baudenkmale von diesem Wirken.

Das Schicksal meinte es jedoch mehrfach nicht gut mit uns und so haben wir auch große und schmerzliche Verluste an historischer Bausubstanz, Kunst- und Kulturwerken zu beklagen.

An erster Stelle dieser Verluste steht das ehemalige Residenzschloss der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg Strelitz. Im Jahr 1945 verbrannte ein großer Teil unserer kulturellen Identität und ging für immer verloren.

Bewahren und schützen wir das was noch da ist und damit gibt es unglaublich viel zu tun.

araus machen!

 

 

Das Schloss  1934-1945

Residenzschloss und Hochschule Neustrelitz

Dissertation zum Thema:
"Die Bedeutung und Funktion der Führerschule Neustrelitz (Hochschule)
im System der nationalsozialistischen Leibeserziehung" (1934 - 1945)

Das Residenzschloss zu Neustrelitz durchlebte eine wechselvolle Geschichte. Dabei waren die letzten Jahre von 1934 bis zur Zerstörung 1945 von einer ganz speziellen Nutzung geprägt.

In diesem Zeitraum richtete das Deutsche Reich der Nazis hier die Kaderschmiede für die Sportlehrerausbildung ein. Für Neustrelitz wurde diese Umnutzung mit deutlichen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur versüßt. Das Theater wieder eröffnet, Kasernen gebaut, Straßenbau, Sportanlagen etc. Damit sank die Arbeitslosigkeit deutlich. Dennoch waren die neuen Mieter bei den Neustrelitzern nicht besonders beliebt. Die Dissertation über die "Führerschule Neustrelitz" beschreibt ausführlich die Hintergründe und Abläufe in dieser "Hochschule".

Interessant sind dabei auch die Beschreibungen des Schlosses, da die Gebäude ja heute nicht mehr existieren.

In verschiedener Hinsicht eine interessante und auch spannende Lektüre. Ausschnitte aus der 493 Seiten umfassenden Arbeit sollen Interesse wecken. In dem Text der als pdf. über den Link herunter geladen werden kann, sind auch interessante und Seltene Fotos vom Schloss zu sehen.

Viel Freude beim Erwerben von neuen Erkenntnissen zur Strelitzer Residenz der Herzöge von Mecklenburg Strelitz.

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"Die Bedeutung und Funktion der Führerschule Neustrelitz 
im System der nationalsozialistischen Leibeserziehung"

Dissertation zum Erwerb des akademischen Grades Dr. phil. 
im Fachbereich Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen

vorgelegt von Katrin Bosch , geb. am 28.01.1939 in Berlin 
1. Gutachter: Prof. Dr. Roland Naul 
2. Gutachter: Prof. Dr. Wilfried Breyvogel 
27. Februar 2008

Die Führerschule in Neustrelitz

12. Historischer Überblick 
12.1 Die Stadt Neustrelitz

Als nach der Novemberrevolution 1918 der deutsche Kaiser Wilhelm II. und mit ihm die Landesfürsten abdankten, wurde der Freistaat Mecklenburg-Strelitz mit eigener Verfassung, Regierung und eigenem Landtag ausgerufen. Neustrelitz war die vormalige 
Residenzhauptstadt des früheren Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz. Im ehemals großherzoglichen Schloss tagte während der Weimarer Republik nicht nur der Landtag, sondern es befanden sich darin das Landesmuseum, die Landesbibliothek sowie das 
Landeshauptarchiv. Neben einigen Wohnungen beherbergte das Schloss außerdem diverse Ämter.

Nach der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die Nationalsozialisten wurden die beiden Länder Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz am 01.01.1934 zum Land Mecklenburg mit der Landeshauptstadt Schwerin vereinigt. Die 
NSDAP hatte bei den Landtagswahlen des Landes Mecklenburg-Schwerin am 05.06.1932 bereits 48,9 % erreicht und damit die Mehrheit im Landtag gestellt. Aus dem vormaligen Land Mecklenburg-Strelitz ging der Kreis Stargard hervor. Der Sitz des Kreises blieb Neustrelitz, wobei Neustrelitz zur kreisfreien Stadt erklärt wurde.
Der Reichstatthalter und Gauleiter Friedrich Hildebrandt ernannte im April 1935 eine Reihe bewährter, alter Kreisleiter zu Bürgermeistern bzw. Oberbürgermeistern von Städten im Gau Mecklenburg, wie der Niederdeutsche Beobachter berichtete, darunter Pg. Fritz Heyden. Während seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst in der Weimarer Zeit hatte man ihm jede öffentliche politische Tätigkeit untersagt, da er sich bereits 1919 in einer nationalen Vereinigung in Mecklenburg-Strelitz im Wahlkampf betätigt hatte und gegen ihn ein Diszipnarverfahren seitens des Vorsitzenden der sozialliberalen Landesregierung, Kurt Artur von Reibnitz, eingeleitet worden war.

Nach dessen Sturz 1931 trat Heyden der NSDAP bei und wurde zunächst Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Neustrelitz. Durch das Vertrauen des Gauleiters Hildebrandt, so die Zeitung, sei er zum Bezirks- und später zum Kreisleiter ernannt worden. Im Rahmen der Durchführung der neuen Gemeindeordnung wurde ihm als Leiter der Gemeinde von Neustrelitz als kreisfreie Stadt der Titel Oberbürgermeister zuerkannt (NB vom 06.04.1935). Von der Zusammenarbeit mit der Partei profitierte die Stadt Neustrelitz ganz erheblich. So berichtete Heyden in seinem Vortrag: Sind wir Nationalsozialisten? Im Rahmen der Arbeit der Geistigen Winterhilfe von der Verbesserung in der Stadt: z. B. bei der Arbeitslosenzahl. Von 950 erwerbslosen Volksgenossen im Jahre 1932/33 und 4 Mill. RM Schulden gab es am 01.10.1934 nur noch 70 Erwerbslose; der Wohlfahrtsetat hatte sich von 380.000 RM auf 25.000 RM verringert auf Grund von wirtschaftlichen Maßnahmen des Führers und seiner Regierung (NB vom 25.01.1935). Das lag am Bau des Sportlagers des Chef AW der SA, bei dem Hunderte von Arbeitslosen in den Forst geschickt wurden, wie der NB am 05.06.1934 berichtete. Für das Haushaltsjahr 1936/37 lag ebenfalls ein ausgeglichener Haushalt vor. Geplant wurden viele Verschönerungen der Anlagen u. a. im Schlossgarten, an den Seeterrasse sowie eine Verbesserung der Straßenbeleuchtung. Es gab Kostenzuschüsse für das Landestheater, das Technikum (45.000 RM, davon 20.000 RM vom Staat) und Volksbücherei. Für die Jugendertüchtigung wurden 15.150 RM angesetzt und 350.000 RM für Straßenpflasterung oder Bürgersteige ausgegeben. Es entstand eine neue Militärschwimmanstalt. Neue Kleinwohnungen wurden errichtet sowie die Kanalisation durch ein Pumpwerk ausgebaut. Pg. K.-Gerloff betonte, dass durch die mustergültige Zusammenarbeit zwischen Magistrat und Ratsherren die Gesundung der Stadt überraschend schnell vor sich gegangen sei. Oberbürgermeister Heyden schloss mit den Worten, dass es ohne die Mitwirkung der Partei keine Erfolgsmöglichkeit gegeben hätte (NB vom 24.04.1936).

Am 31.07.1935 zog das Infanterie-Regiment 48, von Döberitz kommend, in die neue Garnison und die neuen Kasernen an der Prenzliner Straße ein. Unter der Überschrift Regiment Döberitz, Stolz der Neustrelitzer berichtete die Presse nach einer Besichtigung über die neuen Kasernen, bei der die Planung im Mai 1934 und der Baubeginn am 01.09.1935 erfolgten. In knapp elf Monaten entstanden 36 Gebäude schlüsselfertig. Probleme ergaben sich durch den moorigen Untergrund. Zum Teil wurde in drei Schichten gearbeitet. Arbeitskräfte aus ganz Deutschland waren beteiligt. Rund 1.700 Arbeitein 58 verschiedenen Berufszweigen seien durch den Bau in Lohn und Brot gebrachworden. Da Wohnraum für die Arbeiter fehlte, wurden diese in Massenquartieren untegebracht, die in der ehemaligen Weserhütte und im Tannenhof entstanden. Dem Artikel beigefügt war auch eine Abbildung von der großen Reitbahn (NB vom 30.08.1935). Ein Fremdenführer aus dem Jahre 1939 berichtete ebenfalls von dem großen Aufschwung den die Stadt seit 1934 genommen hatte: neue Wohnviertel (ca. 1.000 neue Wohnungen und weitere in Planung für 15.000 Volksgenossen) waren entstanden. Das Landetheater, das 1930/31 auf unbestimmte Dauer geschlossen worden war, wurde wieder eröffnet. Auch die Führerschule trug nicht unwesentlich zur wirtschaftlichen Gesundubei, wozu nicht nur die Ernährung der zahlreichen Besucher und Lehrgangsteilnehmer gehörte, sondern auch der Bau der Sportanlagen durch Arbeitsbeschaffungsmaßnamen. Der Fremdenführer (1939) erwähnte das neue Strandbad am Zierker See (erstelltvon 100 Arbeitern durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahme), den neuen 1937 gebauten Aufmarsch- und Turnierplatz in der Schlosskoppel, die Hörsäle im Schloss,die Sporthallen im Marstallgebäude, die idyllisch gelegenen Sportplätze in der Schlosskoppel, Schießstände im Tiergarten und den westlich der Bürgerseen gelegenen Flugplatz mit seinen günstigen thermischen Verhältnissen für den Segelflugsport (Karbe-Wagner Archiv Neustrelitz. Fremdenführer 1939, S. 10 und S. 14).

Abbildung 1: Schloss Neustrelitz. Luftaufnahme. Auf der Abbildung zu erkennen ist der neue Teil des Schlosses (1905–1909 angefügt), der sich links neben dem großen Turm befand, der zur Garten- und 
Seeseite erbaut wurde. Dieser Teil, der über einen Innenhof verfügte, wurde von der Führerschule genutzt. Die Leiter der Schule hatten einen Extrazugang, der über eine Wendeltreppe im kleinen runden Turm (auf der linken Seite des Schlosses zu sehen) in das Obergeschoss führte. Sie hatten auch einen Extrafahrstuhl zur Verfügung, der 1936 gebaut wurde.

Bereits 1865 erfolgte ein vierstöckiger Ausbau des Flügels des alten Schlossteils (rechts), der fest mit dem Baukörper verbundene Pavillon, der zur Stadt gerichtet war. In der Verlängerung der zwei Flügel des alten Schlosses lagen die beiden Kavaliershäuser. Es handelt sich um die Extragebäude rechts und links neben dem Schlossvorplatz, die auf der Abbildung nicht vollständig zu sehen sind.

Nach dem Aussterben der Güstrower Linie wurde 1701 neben dem Herzogtum Schwerin das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz gebildet. Adolf Friedrich II., Herzog von Mecklenburg-Strelitz, wählte Neustrelitz zur Residenzstadt. 1733 erhielt Neustrelitz das 
Stadtrecht. Die als Wohnsitz dienende Wasserburg brannte im Oktober 1712 ab, worauf Herzog Adolf Friedrich III. sich 1726 entschloss, das Jagdschloss Glieneke zur Residenz auszubauen, die im barocken Stil 1731 vollendet war. Beim Wiener Kongress 
1814/15 wurde dem Herrscherhaus Mecklenburg-Strelitz der Titel Großherzog verlihen. Nach diversen Umbauten erfolgten zwischen 1816 und 1860 Umbauten im Stil des Klassizismus durch den Schinkelschüler und Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel .
Unter Großherzog Adolf Friedrich V. (Regierungszeit 1904–1914) erfuhr das Schloss eine große Erweiterung, an dessen Nahtstelle ein Turm nach dem Vorbild des Berliner Schlosses Charlottenburg erbaut wurde. Archivrat Dr. Phil. Carl-August Endler erstellte 
die folgende Beschreibung des Schlosses, die eine Vorstellung von den Räumlichkeit gibt, die von der Führerschule genutzt wurden, denn die Führerschule musste sich das Schloss mit dem Landesmuseum teilen, wobei die Führerschule hauptsächlich den neuen Teil des Schlosses und den oberen Teil des älteren benutzte.

Dieser neue Schlossteil, der sich an den westlichen Flügel des alten Schlosses anschließt, ist ein großes Viereck mit einem Innenhof. Im Innern sind die Räume des alten Schlossteils meist etwa 6 x 7 m groß, während der neue Schlossteil im Hauptgeschoss meist Räume von 7–10 m Länge und ähnlicher Breite aufweist. Doch hatte auchder alte Schlossteil Räume in dem Ausmaße. Im neuen Schlossteil befindet sich der große sogenannte Gelbe Saal (von der Führerschule als Hörsaal genutzt), der über 30 m lang und 10 m breit ist. An ihn schließt sich der Weiße Saal (der Weiße Saal befandsich im Hauptgeschoss und wurde als Speisesaal genutzt) mit rund 20 m Länge an.

Von besonderer Schönheit sind im alten Schlossteil die ältesten Räume im Erdgeschoss, die noch völlig den Charakter der Zeit um 1750 aufweisen. Aus der Zeit um 1817 stammen auch die im Mittelbau des alten Schlossteiles gelegenen Säle, die in der Größe allerdings hinter denen im neuen Schlossteil zurückstehen. Auch das Hauptgeschoss des neuen Schlossteiles ist außerordentlich reich ausgestattet. Besonders schön ist die Mahagoni-Galerie, an der die Prunkräume des neuen Schlossteiles sowie deThronsaal liegen. Nahezu sämtliche Räume des Schlosses sind von den breiten, schön ausgestatteten Fluren aus zugänglich. Das Schloss ist überall dreistöckig, sodass die Zahl der in ihm befindlichen Räume bei einer Gesamtlänge des Schlosses von etwa 105m und einer Tiefe von rund 60 m nicht weniger als 110 beträgt. An Treppenhäusern, durch alle drei Geschosse gehen, sind sieben vorhanden, zum Hauptgeschoss führen drei weitere Treppen. Der größere Teil des Schlosses hat Zentralheizung, während einRest des älteren Ofenheizung hat (ca. 1½ Flügel).

Dr. Endler ergänzte handschriftlich den folgenden Teil, der auf die nachträglichen Umbauten für den Betrieb der Lehrgänge hinweist:

Der größte Teil des Schlosses besitzt auch Warmwasserheizung sowie zahlreche Badestuben. (Bäder und Heizungen wurden 1935 eingebaut.) Versorgung mit elekrischem Strom ist selbstverständlich überall vorhanden. Auch besitzt der neue Teil zwei Personenaufzüge. Eine Küchenanlage, die mit dem Erd- und Obergeschoss durch einen Speiseaufzug verbunden ist, ist im Kellergeschoss vorhanden.

Das Schloss bildet mit den beiden Kavaliershäusern einen geschlossenen Bezirk mitten im Grün des Tiergartens, der von zahmem Dammwild belebt wird, und des Schlossgartens. Im Westen schließt sich die parkartig angelegte Schlosskoppel an. Sie hat ebenso wie der Tiergarten Verbindung zu den großen Wäldern des Landes (Landeshauptarchiv Schwerin, 4.12-6/6).

Dadurch dass die Länderregierungen Mecklenburg-Strelitz und Schwerin vereinigt worden waren, gab es den Mecklenburg-Strelitzer Landtag, der im Schloss Neustrelitz getagt hatte, nicht mehr. Die Räume im alten Schlossteil waren frei geworden, die zunächst vom Museum genutzt wurden, das jetzt statt in sieben Räumen in 20 Schauräumen ausstellen konnte und auch später die Zahl der Ausstellungsräume noch vergrößerte. Das Museum konnte die historisch wichtigen Räume im alten Teil des Schlosses belegen, während die Führerschule den zwischen 1905 und 1909 entstandenen Anbau nutzte, der bereits zentral beheizt werden konnte

Das Mecklenburg-Schwerinsche Staatsministerium, Abteilung für Unterricht, Kunst und Medizinalangelegenheiten unterstellte am 29.03.1934 die Verwaltung des Landesmuseums in Neustrelitz (vorher hatte der Landrat des Kreises Stargard, Hochbauabteilung, 
die Verwaltung unter sich) der Verwaltung der Strelitzer Schlösser in Neustrelitz (Schlösserverwaltung), wie die Behörde von jetzt an genannt wurde. In Verbindung mit der Schlösserverwaltung wurden der Leiter Dr. Reifferscheidt als Museumsrat, Karbe und Hustaedt 
als Konservatoren, Archivrat Dr. Endler und der Schlossinspektor Vagt genannt.

Der Verwaltung unterstanden:
1. Schloss und der Schlossgarten zu Neustrelitz 
2. der Marstall, soweit er nicht zu Wohnzwecken (Mietswohnungen) Verwendung fand 
3. die Staatsgärtnerei 
4. die Orangerie 
5. das Schloss Hohenzieritz 
6. die Burg in Stargard und das Schweitzerhaus beim Forsthaus Serrahn

Die Schlösser des ehemaligen Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz (Neustrelitz, Hohenzieritz und Mirow) wurden nach umfangreichen Erneuerungsarbeiten bis zum 
Ende des Jahres 1934 im ursprünglichen Zustand als Museen wieder eröffnet. Verhandlungen über die weitere Belegung des Schlosses müssen mit der Obersten SA-Führung in Verbindung mit der Errichtung des Sportlagers schon Ende 1933 stattgefunden haben. Aktenmäßig geht hervor, dass sich noch andere Stellen um die freiwerdenden Räume im Schloss bemühten, z. B. die Hitlerjugend (Bannführung 97) in einem Schreiben vom 29.03.1934, was aber mit Bezug auf die Belegung des Schlosses durch das Landesmuseum, das Hauptarchiv, die Landesbibliothek sowie auf 
die Vermietung der übrigen Räume für eine Schule der Obersten SA-Führung vom Ministerium des Innern in Schwerin abgelehnt wurde. Weiterhin war eine Schule des Nationalsozialistischen Deutschen Juristenbundes im Gespräch. Obgleich am 05.03.1934
noch nicht bekannt war, was aus dem Schloss werden sollte, wurde den Mietern, die im Schloss wohnten, vorsorglich vom Hochbauamt in Neustrelitz am 01.04.1934 zum 01.10.1934 gekündigt, was dann aber schon bis zum 01.07.1934 zu geschehen hatte. 
Das betraf Landtagsdirektor Richter (Mietvertrag seit dem 15.09.1920), Ministerialrat Siegert (Mieter seit dem 19.04.1928), Regierungsrat Bergmann (seit dem 02.11.1932), 
den Ersten Staatsanwalt Jürgens (Mietvertrag seit dem 19.04.1928) und Landgerichtsrat Bachmann (Mieter seit dem 14.10.1932) (Landeshauptarchiv Schwerin, 5.12-7/1 7040)

Am 23.04.1934 berichtete Dr. Endler von der Schlösserverwaltung dem Ministerium in Schwerin, dass Staatskommissar Heyden und die Schlösserverwaltung die Verhandlungen hinsichtlich der Sportschule in Berlin erfolgreich abgeschlossen hätten, 
der Vertrag ab 01.07.1934 gelte und den Mietern gekündigt worden sei. Die Räumung von Archiv, Bücherei und Museum sei bereits in die Wege geleitet. Diverse Ämter, u. a. die Tiefbauabteilung, die Abwicklungsstelle des Finanzministeriums und das 
Hochbauamt, hätten in das bisherige Landratsamt zu ziehen. Angestrebt wurde eine klare Trennung zwischen dem Museum im alten Teil des Schlosses und der SA Führerschule im neuen Teil.

Der Vertrag hinsichtlich der Vermietung des Schlosses wurde am 21.04.1934 zwischen dem Land Mecklenburg (Ministerium für Kunst in Schwerin), der Obersten SAFührung (Chef AW der SA) und der Stadt Neustrelitz (Staatskommissar Heyden) abgeschlossen. Auf einem Plan wurde die Vermietung der Räume eingezeichnet, zu denen auch Küche, Keller, Wirtschaftsräume und der Marstall gehörten. Der Chef AW zahlte die Kosten für Heizung, Beleuchtung und sonstige Abgaben in den genutzten Räume mit dem Vorzugspreis für alle Behörden. Er musste ebenfalls die Kosten für alle baulichen Veränderungen tragen, wofür die Genehmigung der staatlichen Baubehörde ein zuholen war. Einmal pro Jahr mussten die Räume vom Mieter, von der staatlichen Baubehörde und von der Schlösserverwaltung wegen eventuell notwendiger Instandsetzungsarbeiten besichtigt werden. Die Stadt Neustrelitz verpflichtete sich, dem Vermieter (Schlösserverwaltung) Handwerker für den Umzug des Museums in den ersten Stock 
zur Verfügung zu stellen. Für die Errichtung eines Stadions in der Schlosskoppel sowie eines abgegrenzten Platzes im Tiergarten für den Innendienst (!) wurde Erlaubnis erteilt. 
Das Schweriner Ministerium erklärte sich mit der kompletten Sperrung des Schlosshofes, die nicht für die Bewohner der umliegenden Gebäude sowie den Behördenverkehr 
galt, einverstanden. Eine Miete für die Räume im Schloss wurde nicht verlangt. Dafür sollte die Verpflegung ganz und die wirtschaftlichen Bedarfsartikel für Schüler und Lehrer. Es setzte 
durch den Einzug der Stammschule Anfang April unerträglicher Lärm durch Bauarbeiten ein, die bis in die späte Nacht andauerten. Dr. Endler erwähnte, dass hauptsächlich die Veränderungen im zweiten Stock auch andere Wohnungsinhaber belästigt hätten. Am 
07.08.1934 verständigte er das Ministerium in Schwerin, dass die Polizei verboten habe, 
mit Fahrrädern durch den Schlosspark zu fahren und dass diese geführt werden müssten. Durch die Sperrung des Schlossplatzes ginge der vermehrte Verkehr nun durch den 
Park.

In Verbindung mit der Anmietung des Schlosses stand auch die Übernahme des Parkhauses bereits 1934 zur Diskussion. Die Stadtverwaltung Neustrelitz sandte am 06.05.1934 ein Schreiben an das Mecklenburgische Finanzministerium in Schwerin, um für den Ankauf des Parkhauses Verhandlungen einzuleiten, da die Oberste SA-Führung das Führer- und Lehrpersonal dort unterbringen wollte.

Der Antrag des Prinzen Julius Ernst zur Lippe, das Parkhaus gegen das Schloss und den Park Hohenzieritz einzutauschen, könne man nicht nachgeben, denn die Bevölkerung würde eine solche Maßnahme nicht verstehen, denn das Schloß Hohenzieritz 
gehört dem mecklenburgischen Volke und nicht einem einzelnen Erben der großherzoglichen Familie (Stadtarchiv Neustrelitz, HA 80/9)
Aus dem Antrag Krümmels auf Kauf des Parkhauses durch das REM am 18.07.1939 ging hervor, dass der Mecklenburgische 
Landkreis Stargard das Parkhaus, dessen Sachwert für das Grundstück einschließlich der Baulichkeiten auf 518.000 RM geschätzt wurde, für 150.000 RM (!) von den groß-herzoglichen Erben 1934 gekauft und für 50.000 RM umgebaut hatte.

Im Übrigen besuchte Rust, im März 1934 noch Preußischer Kultusminister, das Schloss Neustrelitz, wie die Mecklenburgische Landeszeitung vom 29.03.1934 und auch der Niederdeutsche Beobachter vom 30.03.1934 meldeten Er sah sich im Gelände der 
nahegelegenen Sportschule eine Anzahl von Abiturienten an, die sich körperlich auf das bevorstehende Hochschulstudium (!) vorbereiteten; was zu diesem Zeitpunkt, vor der Einführung der Hochschulreform, Geländesport, d. h. Ablegung des SA-Spabzeichens, bedeutete. Sie waren allerdings im Sportlager und nicht im Schloss untegebracht. Um sechs Uhr abends traten die Sportschüler und das Lehrpersonal auf dem Schlosshof an, wo sich zur Begrüßung neben den Vertretern von Landes- und Ortsbehörden auch eine große Menschenmenge einfand. Nach der Ansprache Rusts fand ein Vorbeimarsch der Sportschüler mit Spielmannszug und dem Musikzug der SA Standarten-Kapelle 60 statt. Im Beisein von Rust wurde dann ein Wettbewerb im 
Marschliedersingen mit Preisverteilung veranstaltet. Währenddessen wurde der Schlossturm angestrahlt und ein Holzstoß auf dem Schlosshof entzündet. Der Kameradschaftsabend fand mit dem Minister im Schützenhaus statt.

Obgleich die Stadt Neustrelitz von den Nationalsozialisten profitierte, war die Bevölkerung durchaus nicht mit allem einverstanden. Durch die Zusammenlegung mit dem Land Mecklenburg-Schwerin ging nicht nur der Regierungssitz verloren, sondern 
man beklagte den Verlust des Landeshauptarchivs aus dem Schloss. Auch die besten Teile des Museums sowie wertvolle Möbel und Teppiche wurden aus dem Schloss naSchwerin gebracht. Hinsichtlich der Stammschule für Geländesport hatte sich der Chef AW den Neustrelitzern gegenüber nicht gerade positiv gezeigt. Für Kunstsachverständige war natürlich der Umbau des Schlosses für die Lehrgänge auch keine „Offenbarung“ wie man auf der Abbildung 10 sieht. Zusätzlich kam hinzu, dass das Land Preußen in 
Neustrelitz ein Reichszentrum für Lehrerbildung bzw. eine Lehrakademie aufbaute, wawiederum nicht unbedingt positiv vom Land Mecklenburg gesehen wurde, da es das Projekt auch noch finanziell unterstützen sollte, wogegen es sich allerdings beim geplanten Bau des Hallenbades auf dem Schlosshof erfolgreich wehrte. In den Akten enhalten sind ständig Mahnungen des Landes Mecklenburg wegen unpünktlicher Zahlungen für die Schlossmiete.

Für die Sportler bedeutete das Schloss in Neustrelitz ein regelrechtes „Luxusambiente“, wobei die Zimmer mit den warmen Duschen und die gute Verpflegung besonders gelobt wurden, was sich allerdings im Krieg bei der Frauenausbildung ins Gegenteil verkehrte. Die Zimmer wurden von den Versehrten belegt, während die Sportlererinnen auf dem Dachboden des Schlosses untergebracht wurden. Insgesamt alledings bot das Schloss eine würdige Stätte für eine Akademie, in der eine Elite ausgebildet werden sollte.

Das Großherzogliche Parkhaus wurde in den Jahren 1913–1915 im Auftrage des von 1914–1918 residierenden Großherzogs Adolf 
Friedrich VI. errichtet. Nach der sogenannten Fürstenenteignung bewohnte es die Mutter des Großherzogs, Großherzogin Elisabeth, 
mit ihrem Hofstaat bis zum 20.07.1933. 1934 kaufte der Mecklenburgische Landkreis Stargard das Parkhaus für 150.000 RM (!) von den großherzoglichen Erben (unter Verwendung von Informationen aus Witzke, 1999, S. 95–96 und letztlich für 200.000 RM am 18.01.1940 an das Land Preußen (Reichs- und Preußische Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung) veräußert wurde.

Ab 1944 sollte die Führerschule in Neustrelitz die Ausbildung von Versehrten zu Leibeserziehern durchführen. In dieser Zeit wurden die Räume auch als Reservelazarett genutzt.

23.3 Das Ende 
23.3.1 Flucht und Zerstörung

Bei der ab Oktober 1944 begonnenen Einjährigen Sportlehrerinnenausbildung wurde in den Vorlesungsmitschriften einer Teilnehmerin die letzte Vorlesung Englerts in 
Biologie des Jugendalters am 17.03.1945 dokumentiert.Wolz stellte einer Studentin am 27.04.1945 folgende Bescheinigung handschriftlich aus Es wird hiermit bestätigt, daß Fräulein Harnisch das Wintersemester 1944/45 der 1-jährigen Ausbildung zur Turn- und Sportlehrerin in Neustrelitz erfolgreich absolvierte.

Am 29. bzw. 30.04.1945 brannte das Schloss ab

Zeitzeugen berichteten von der Flucht der Studentinnen auf den braunen Fahrrädern der ehemaligen Stammschule vor den nahenden Russen. Sie hätten einige Habseligkeiten in Rucksäcken mitgeführt, die ein in der Sattlerei beschäftigter französischer Kriegsgefangener aus Zeltbahnen genäht habe. Luise Petzhold schrieb an das Archiv in Neustrelitz, dass ihr Mann keinerlei Verständnis dafür aufbrachte, als er hörte, dass sich Personal der Führerschule in einem hochbepackten Lastwagen absetzte und Frau von Schleinitz, die daneben stand, nicht mitnahm.

Wann und wie das Schloss in Brand geriet, wurde von einem Zeitzeugen auf den 30.04.1945 datiert. Zu DDR-Zeiten so Heitmann, habe man den Brand mehr oder wenger offen der SS angekreidet, die angeblich im Schloss lagernde Geheimakten vernichten wollte. Dadurch sei der Schlossbrand auf die Nacht des 29./.30.04.45 vorverlegt worden, als möglicherweise noch deutsche Soldaten in der Nähe waren (Brief von Dr. med. Joachim Heitmann vom 20.10.2002) 
Die Vernichtung von Geheimakten durch die SS im Schloss dürfte nach den Ausführungen in dieser Arbeit in keiner Weise zutreffend 
gewesen sein. Das Dokument aus dem Stadtarchiv Neustrelitz vom 01.11.1944 in dem sich Der Inspektor der Sicherheitspolizei und des SD in Stettin bei Oberbürgermeister Heyden 
um den Umbau eines abgeteilten Raumes der Probebühne im Landestheater für Büro zwecke bemühte, rechtfertigt nicht die Behauptung einer so intensiven Beziehung der 
SS zur Führerschule als HfL der Universität Berlin, dass eine Veranlassung bestünde Geheimakten zu vernichten (Stadtarchiv Neustrelitz, Rep I/2641

Über den Einmarsch der Russen berichtete ein Tagebuchbericht aus dieser Zeit, der in einer Zeitschrift in der Bundesrepublik ohne Namensangabe 1955 erschien, dass 681 Selbstmorde, vor allem von vergewaltigten Frauen und ihren Angehörigen, begann gen wurden, da an diesem Tage die Stadt für Plünderungen, Vergewaltigungen und Brandstiftungen an die Russen freigegeben war.

http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/…/Bosch_Endfassung.…

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Der Schlossgarten

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Das Großherzogliche Haus Mecklen-burg Strelitz

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Aktuelles

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Überschrift

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